Bewusst Leben – Veränderungen starten bei dir

Hallo du 🙂 Ich habe in der letzten Zeit oftmals meinen Weg zu mehr Nachhaltigkeit analysiert und habe dabei gemerkt, wie viel sich in den letzten Jahren verändert hat. Dabei hatte ich die Idee für diesen Beitrag - jeder muss irgendwo starten. Ich habe auch nicht zu Beginn mein Toilettenpapier mit Bambus Toilettenpapier getauscht.

Also was versuche ich hier? Ich versuche mit meinem persönlichen Weg Probleme zu erklären und mögliche Lösungen vorzuschlagen.

Ich will nicht behaupten, dass mein Weg der richtige Weg ist. Einfach nur darauf hoffen, dass irgendwer, irgendwo, irgendetwas unternimmt, stimmt für mich nicht mehr. Deswegen versuche ich meinen Beitrag zu leisten und mein Bestmöglichstes zu geben. Das ist alles.

Baby Step Nr. 2

Im letzten Beitrag habe ich das Thema PET thematisiert. Ich habe als erstes also von Einweg- auf Mehrwegflaschen gewechselt. Dieser Schritt hat für mich ziemlich lange ausgereicht. Erst später habe ich gemerkt, dass PET nicht die Spitze des Eisberges ist.

Im Jahr 2017 wurde ich auf eine Werbung von “4Ocean” aufmerksam. 4Ocean ist eine Organisation, welche Plastikmüll aus unseren Meeren fischt und damit beispielweise Armbänder herstellt. Seit 2017 haben sie ca. 6’500 Tonnen aus dem Meer gefischt. Das ist schon echt viel, wenn man daran denkt wie leicht Plastik ist. 

Ich habe mich also zum ersten Mal mit Plastik in unserem Weltmeeren beschäftigt und habe dabei so einiges herausgefunden. 

 

Jede Minute fluten rund 15'000 Kilogramm Plastikmüll den Ozean

Stell dir vor: Während du dein Mittagessen für 1-2 Minuten in der Mikrowelle auf wärmst, gelangt eine Menge an Plastik ins Meer, die so schwer ist wie dein Auto. Hast du dich jemals gefragt, was dieses ganze Plastik im Meer für Folgen hat?

Tiere wie z.B. Schildkröten, Delfine und Vögel verhängen sich im Plastik und verenden qualvoll oder verwechseln es mit Nahrung und sterben durch den Verzehr. Laut Umweltschutzorganisation sterben daran jährlich bis zu 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger. Das ist so, als ob der ganze Kanton Bern innerhalb eines Jahres ausgelöscht wird. 

Unsichtbarer Feind

Mikroplastik entsteht, wenn sich Plastik in immer kleinere Teile zersetzt. Die winzigen, unsichtbaren Partikel aus Kosmetik und Kunstfasertextilien gelangen über unser Abwasser ins Meer. Hier verstopfen sie nicht nur die winzigen „Bäuche“ von Zooplankton und Kleinstlebewesen. Über Plankton, Fische – und das Trinkwasser — gelangt Mikroplastik auch in unsere Nahrungskette.

Auch für die Korallenriffe ist Plastik eine grosse Bedrohung. Korallenriffe sind für viele Meeresbewohner ihr natürliches Zuhause. Sie leben in Symbiose mit Algen, welche zur Ernährung der Korallenriffe Nährstoffe beisteuern. Dafür benötigen sie Licht. Dieses Licht wird ihnen von treibenden Plastik genommen. Dies führt dazu das die Korallenriffe letztlich absterben. 

Fühlen wir Plastik auf den Zahn

Vielleicht denkst du dir jetzt so etwas wie “Tragisch. Aber hier in der Schweiz trage ich ja nicht dazu bei.” Oder? Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach. Wir müssten wissen, was mit dem Abfall passiert, der nicht verbrannt, sondern exportiert wird. Es kommt auch darauf an, ob du deinen Plastikmüll separat trennst. Nicht alle Kunststoffarten sind recyclebar – Was passiert mit dem nicht-recyclebaren Anteil? 

In diesem Szenario wird der nicht-recyclebare Anteil einfach in die Verbrennung geschickt. Wird Kunststoff mit einer nicht geeigneten Anlage verbrannt, gelangen zum Teil hochgiftige Substanzen in die Umwelt: krebserregende Dioxine und Furane, Quecksilber, Cadmium oder Blei. Verbrennungsanlagen sind nicht in der Lage, die Schadstoffe restlos herauszufiltern. Zusätzlich entstehen CO2-Emissionen. Die verbliebenen Schadstoffe finden sich auch im Filterstaub, in der Asche und anderen Nebenprodukten. Diese Nebenprodukte werden manchmal  Zement oder anderen Baustoffen zugefügt und gelangen so in die Umwelt.

In einem anderen Szenario wird das Plastik recycelt. Das Recycling stösst aber wegen wirtschaftlicher und technischer Hindernisse an seine Grenzen. Vor allem Produkte, welche aus unterschiedlichen, mehrschichtigen Materialien bestehen, sind nicht recyclingfähig. 

Was DU tun kannst

Für mich war es zuerst schwierig, den Zusammenhang zwischen uns Schweizern und dem Meer zu erkennen. Ich habe mich lange nicht für dieses Problem verantwortlich gefühlt. Dabei habe ich eine ganz essentielle Sache vergessen: Dein Kassenbon ist ein Stimmzettel – Jedes verdammte Mal! 

Was denkst du, wird passieren wenn wir aufhören eine bestimmte Sache zu kaufen? Denkst du, dass Plastik weniger schädlich für uns und unsere Umwelt ist, nur weil es verbrannt wird? 

Ich für mich habe diese Frage mit “Nein” beantwortet und versuche nun so gut es geht, auf Plastik zu verzichten: Ich kaufe keine PET-Flaschen mehr, kaufe Früchte und Gemüse lose, bringe meine eigene Einkaufstasche und Netzli mit und kaufe vermehrt Produkte mit Karton- oder Papierverpackung.

In meinem Badezimmer befindet sich kein einziger Plastikartikel mehr. Ich benutze eine Holzzahnbürste, Denttabs, festes Shampoo & Duschgel und einen Rasierhobel. Auch in der Küche kannst du deinen Plastikkonsum ganz einfach vermindern, in dem du einen Luffa, eine Holzabwaschbürste und festes Spülmittel benutzt. Es gibt auch Tupperware aus Glas, anstelle von Kunststoff.  

Viele Leute denken, dass die oben genannten Produkte teurer sind als Produkte aus Kunststoff. Ich habe mein festes Shampoo für CHF 7.50 gekauft und benutze dieses bereits seit mehr als 2 Monaten (Haarlänge 60 cm). Es gibt Produkte, wie beispielsweise der Luffa Schwamm, welche teurer sind. Aber wenn du gezielt Plastikabfall vermeidest, wirst du automatisch weniger nicht essentielle Dinge einkaufen. Denkst du, dass sich die 2-3 Franken, welche du für plastikfreie Produkte zusätzlich ausgibst, für den guten Zweck lohnen?

Ich greife nochmals auf das Zitat “Dein Kassenbon ist ein Stimmzettel – Jedes verdammte Mal! ” zurück: Die Nachfrage regelt das Angebot – nicht umgekehrt! Sobald mehr umweltfreundliche Produkte gekauft werden, werden diese billiger und dagegen die Kunststoffprodukte teurer. 

Fazit

All diese Veränderungen müssen nicht gleichzeitig erfolgen. Wichtig ist, dass du dir bewusst bist, dass es eine Veränderung braucht. Falls du glaubst, einer alleine kann nichts verändern, frage dich, was passiert wäre, wenn Menschen wie Nelson Mandela oder Martin Luther King so gedacht hätten. Irgendwer muss irgendwann starten. Wieso bist nicht DU dieser irgendwer und wieso ist dieses irgendwann nicht HEUTE? Welche Ausrede hast du noch, um keine Plastikprodukte mehr zu kaufen, wenn es doch bereits so viele Alternativen gibt?  

Maria 🙂

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.